Ich kam aus Indien nach Thailand.

Nicht direkt wohlgemerkt.

Aber Indien war das erste Land östlich des Mittelmeeres, das ich besuchte. Die flehenden Kinderaugen vor der Taxifensterscheibe an einer von Mumbais unübersichtlichen Kreuzungen, die Schweine in den Sanddünen, die sich an der menschlichen Morgentoilette labten, die endlosen Kokosnusspalmen entlang der Küste Goas, die bis zum – in meinen Augen – aufdringlich Kitschigen gehende Heiligenverehrungen in den Tempeln, die krasse Buntheit, die trockene Staubigkeit, die belebten Straßenlandschaften, die schockierende Direktheit der Abflussrohre: all dies war so anders, so abstoßend und so faszinierend zugleich, dass es sich einbrennen musste in meine Erinnerungen.

Ich habe Indien nicht nur überlebt, sondern geliebt. Ich kam wieder und wieder und schaffte sogar fast drei Monate in diesem Land. Und fühlte mich dabei – meistens – sehr wohl.

Indien: Verwirrend und faszinierend zugleich.

Erst einige Zeit danach berührte ich erstmals thailändischen Boden.  Und dort, wo auf andere erst einmal ein Kulturschock wartet, wurde ich von Ordnung, Klarheit und Sauberkeit überrascht, die mit meinen einstigen ersten indischen Eindrücken sehr wenig gemein hatte.

Ein letzter Blick zurück nach Indien.

Aber auch Thailand kann anstrengend, schmutzig, beschämend und überraschend anders sein. Diese Erfahrung stand mir nach dem ersten Eindruck durchaus noch bevor. Meine indische Erfahrung hat mir den Einstieg nach Thailand leicht gemacht. Auch deshalb bin ich vielleicht so oft schon wieder gekommen, aber seitdem nicht mehr nach Indien gereist.